Die Nacht der Irren und Idioten (2)*
Sonntag, Mai 8, 2011 - malenki at 20:25 in Arbeit/ work
Bis meine Passagiere im Auto sind, darf ich auf der Straße den Versuch einer Schlägerei beobachten. Ein Teil meiner Stammgäste hat genügend Bettschwere und ist recht still, der andere ist sehr aufgekratzt, will zur nächsten Party und erzählt sehr amüsant. Die Rede kommt auch auf Tupperpartys, die es nicht mehr und Schuh- und Dildopartys, die es statt dessen gibt. Es werden auch Details einiger Modelle erwähnt… Ich grinse amüsiert in mich hinein, aber auf dieses Wissen könnte ich verzichten.
Später bekam ich von einem Kollegen einen Bestellung; von einem Club sollte es über ein paar Dörfer gehen.
Die Abfahrt verzögerte sich (wie bei Nachtfahrten meist üblich) leicht, bis alle Leute im Taxi waren. Besonders ein junger Mann in Plüsch hielt einen Fahrgast lange in enger Umarmung, bis er ihn endlich freigab.
Während der Fahrt stellte sich heraus, dass sich der männliche Teil meiner Fahrgäste ein wenig geprügelt hatte, sie verstanden sich prima.
Nach fünf Kilometern “Wo ist meine Brille?!” Anhalten, kleine Pause, “Darf man bei dir im Auto rauchen?” (Natürlich nicht), herumtelefonieren, ob jemand die Brille gesehen hat.
Schließlich werde ich gebeten zurück zu fahren, damit man die Brille suchen kann.
Bald sind wir am ursprünglichen Abfahrtsort. Ich schalte Fern- und Nebellicht an, um die Suche zu erleichtern. Bald ist die Brille am Platz der Tätlichkeit gefunden. Als kleine Belohnung geben sich die Herrschaften eine Zigarette.
Als wir losfahren wollen, stellt sich ein Vollsoffener vor das Auto und lässt einen Teil der konsumierten Flüssigkeiten in leicht veränderter Form durch seinen offenen Hosenstall auf die Motorhaube rinnen.
Ich werde stinksauer, nehme meine Wasserflasche und spüle die Schweinerei vom Auto. Versehentlich bekommt das besoffene Individuum auch Wasser ab, als es mich angreifen will.
Die Freundin beschwichtigt es und führt es weg.
Bei der übernächsten Bestellung gehe ich in die Kneipe, weil ich nur einen ungefähren Zeitraum für meine Ankunft angegeben hatte. In der Tür kommt mir ein Mädchen entgegengerannt, ein Junge hinterher. Drinnen fliegen Anschuldigungen und Beleidigungen. Der Barkeeper, der mir vorhin die dreizwanzig gab, fand hier keinen ruhigen Ausklang seines Abends, wir schauten uns verständnisvoll an.
Die Kneipe macht dicht, der Krawall verlegt sich auf die Straße, mein seufzender Fahrgast ist froh, endlich heim zu kommen.
Dabei braucht es noch zwei Wochen bis Vollmond…
*Nach einem Lied Hans-Eckardt Wenzels
Mittwoch, Juni 29, 2011 - 22:32:16
Wie gut² :D
Naja, wenigstens hat er nicht den neuen Touran bespritzt :)